Etikette beim Essen
Wer eine Dame ausführt, der möchte sich auch zu benehmen wissen. Dabei sind die alten Regeln ein wenig aufgelockert und im Zuge der Emanzipation auch angeglichen worden, für alle Beteiligten gilt dennoch beim Essen eine gewisse Etikette zu wahren. Im Folgenden werden deshalb ein paar grundlegende Prinzipien der Ess-Etikette dargelegt.
Grunsätzliches
Grundsätzlich gilt: Ladies first! Der Ober geleitet das Paar zum Tisch? Die Dame geht voraus. Diese Regel wird nur aufgehoben, wenn der Herr den Tisch reserviert hat und kein Angestellter das Paar zum Tisch begleitet. In allen anderen Fällen geht der Herr immer hinter ihr. Auf ein Zurechtrücken des Stuhles kann zwar verzichtet werden, viele Damen freuen sich aber über ein charmantes Gentleman-Verhalten und werden sich sicher nicht vor den Kopf gestoßen fühlen.
Vorher werden natürlich Jacken und Mäntel abgelegt. Hier gilt Folgendes: Der Mann hilft der Begleiterin aus ihrem Mantel, zieht dann den eigenen aus. Beim Verlassen des Restaurants läuft das genau anders herum ab, er zieht zuerst seinen Mantel an und ist ihr dann behilflich.
Einladung
Bei der Bestellung kann der oder die Eingeladene die Vorschläge des Einlandenden annehmen. Zum einen verweisen diese Vorschläge auf eine gewisse Sachkenntnis, andererseits stecken sie einen gewissen Preisrahmen fest. Die Vorschläge müssen natürlich nicht zwingend befolgt werden, ein einhalten dieses Preisrahmens ist jedoch höflich und auch mit Alternativen machbar. Damen am Tisch dürfen heutzutage ihre Bestellung selbst aufgeben, ihnen wird dabei vom Mann der Vortritt gewährt.
Während des Speisens tauchen die häufigsten Knackpunkte der Ess-Etikette auf. Oberste Regel: Das Besteck ist immer von außen nach innen zu benutzen, alle halten das Messer in der rechten – die Gabel in der linken Hand. Das gilt auch für Linkshänder, damit verhindert wird, dass sich nebeneinander sitzende Gäste während des Essens anstoßen. Gabel und Löffel werden immer waagerecht zum Mund geführt, der Kopf ändert dabei seine Position nicht. Löffel sollten nicht zu voll genommen werden, um ein Kleckern zu vermeiden. Ebenso zählt es zur Ess-Etikette, auf laute Geräusche wie Pusten oder Schlürfen zu verzichten. Solche Geräusche wirken abstoßend auf andere Gäste.
Wo kommt das Besteck hin?
Zur Ess-Etikette zählt auch das richtige Platzieren des Bestecks auf den Tellern, nachdem das Essen beendet wurde. Kreuzen sich dabei die Besteckspitzen, wird dem Kellner oder dem Gastgeber damit signalisiert, dass man noch weiter essen wird oder einen Nachschlag möchte. Erst wenn die Bestecke parallel zueinander angeordnet sind, bedeutet das, dass der Gast seinen Gang beendet hat. Weisen die Besteckspitzen dabei nach rechts unten, war der Gast nicht zufrieden, weisen sie nach links unten, hat es ihm geschmeckt. Mit der Handhabung der Serviette kann bei der Ess-Etikette zum Beispiel durch das Ergreifen dieser durch den Gastgeber signalisiert werden, dass der Gang eröffnet ist. Die obenliegende Hälfte der Serviette wird zum Abtupfen oder leichten Abwischen des Mundes gebraucht, während des Essens wird sie mit der untenliegenden Hälfte auf dem Schoss platziert. Zur Ess-Etikette gehört außerdem der richtige Umgang mit Getränken. Der Aperitif wird nicht mehr getrunken, so bald das Essen begonnen wurde. Wird die Weinsorte während des Essens gewechselt, darf nicht mehr von der vorhergehenden Sorte getrunken werden.
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