Woher stammt Porzellan?
Täglich benutzen wir es, ohne dabei die Hintergründe seiner Entstehung und Ausbreitung zu kennen: Das Porzellan. Es begegnet uns in der Küche, im Esszimmer und sogar im Badezimmer, aber woher stammt Porzellan?
Der Ursprung liegt in China
Ursprünglich stammt das Porzellan aus China. Dort unterlag es einem jahrzehntelangen Entwicklungsprozess, denn das Porzellan ist keine abrupte Erfindung. Durch verschiedene Vorgänge und Mischungsverhältnisse von unterschiedlichen Stoffen kam schließlich im siebten Jahrhundert vor Christus zu dem Verhältnis, das wir noch heute als Porzellan kennen. Die Grundmaterialien dafür sind Kaolin, Petuntse und Quarz. Kaolin ist dabei eine weiße Tonerde, die kein Eisen aufweist. Die Materialien können sich durch die hohe Erhitzung beim Brennvorgang miteinander verbinden und bilden dann ein neues, glattes und hartes Material: Das Porzellan. Lange Zeit hielt man in China dieses Rezept geheim, so bildete sich ein ein kulturspezifisches Gut heraus, dass auch nachdem man viel später globale Handelsbeziehungen nach Europa unterhielt, nicht von den Europäern entschlüsselt werden konnte.
Das Porzellan gelangt nach Europa
Durch Seefahrer und Abenteurer gelang das kostbare Porzellan jedoch eben nach Europa und auch hier wollte man in den Genuss kommen, davon zu speisen und seine Gäste damit zu beeindrucken. Etliche Versuche gingen im 17. und 18. Jahrhundert ins Land, bevor ein europäisches Porzellan entstehen konnte. Dem voran ging der Wunsch und ebenfalls etliche Versuche, Gold herzustellen. Nachdem die Unmöglichkeit dessen deutlich geworden war, man aber bereits ein alchimistisches Laboratorium aufweisen konnte, versuchten sich Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, Johann Friedrich Böttger, Abraham von Schönberg und Freiberger Hüttenleuten an der Herstellung von Porzellan. So entstand 1706 als Vorläufer des Porzellans in der Nähe von Dresden das rote Böttgersteinzeug. Ein rotes Material war geschaffen, die Vermutung lag also nahe, dass man durch Ersetzen des einen Bestandteils durch Weiße Tonerde endlich zum Porzellan gelangen würde. 1708 wurde dann endgültig das erste europäische Porzellan hergestellt.
Die erste Porzellan-Manufaktur in Europa
Maßgeblich für die Weiterentwicklung des edlen Stoffes war Johann Friedrich Böttger verantwortlich, der 1710 in Meißen die erste europäische Prozellanmanufaktur gründete. Bis heute ist Meißener Porzellan sehr beliebt und wird gerne gekauft, um damit bei einer wundervoll gedeckten Tafel seine Lieben und Gäste stilvoll zu bewirten.
Die zweite europäische Porzellanmanufaktur entstand zehn Jahre darauf in Wien, diese Produktionsstätte musste 1864 jedoch schließen. Im Laufe der Zeit ging es einigen Manufakturen so: Sie wurden aus dem Boden gestanzt und mussten bald darauf wieder schließen. Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte man jedoch in Nordbayern ein hohes Kaolinaufkommen, was zu vielen Firmengründungen in dieser Umgebung führte, Nordbayern und die Oberpfalz wurden zum Porzellanzentrum Europas.
Im Zuge der Industrialisierung wurde Porzellan dann vom Luxusgut zur Massenware. Aufwändige Dekorationen und komplexe Formen können jedoch bis heute nicht maschinell hergestellt werden, so dass Massenware meist mit standardisierten Verzierungen oder ganz ohne sie auskommen müssen. Kunstvolle Dekors werden bis heute von Hand gemalt und führen dazu, dass solche Porzellanwaren bis heute ein Luxusartikel sind, der von ihren Besitzern nur zu besonderen Anlässen benutzt wird.
Das Porzellan hat also einen langen Weg zurück gelegt, es stammt aus China und seine Rezeptur wurde dort zum Staatsgeheimnis gemacht. Erst 1000 Jahre später wurde das Porzellan in deutschen Gefilden neu erfunden.
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