Wie wird Porzellan verarbeitet?

Porzellan ist ein jahrhundertealtes Erzeugnis, das durch einen langwierigen Prozess in China entstand, und das bereits 600 Jahre vor Christi Geburt. Durch Handelsbeziehungen und Eroberungszüge erfuhren auch die Europäer im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit von dem kostbaren Gut. Es dauerte jedoch bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts, bis das weiße Gold in Meißen neu erfunden werden konnte und von dort aus seinen Eroberungszug durch ganz Europa antrat.

Entstehung

Porzellan besteht aus Kaolin, einem Mineral; Feldspat und Quarz. Dabei werden das Kaolin zu 40% bis 60%, Feldspat zu 20% bis 30% und Quarz zu 20% bis 40% sorgfältig unter der Zugabe von Wasser verrührt. Vorher müssen die Bestandteile jedoch gesäubert werden, damit ihnen anhaftende Stoffe, wie beispielsweise Eisen, Nickel oder Kupfer die chemische Verbindung der übrigen Bestandteile beim Brennvorgang nicht beeinträchtigen und damit gewährleistet wird, dass das Ergebnis tatsächlich blütenweiß ausfällt. Die fertige Masse muss eine zeitlang ruhen, damit die Stoffe sich schon vorab verbinden können, diese Ruhezeit kann dabei bei der traditionellen Herstellung bis zu zwei Jahre dauern. Die fertige, zähe Masse kann nach dieser Ruhezeit geformt werden. Ob dabei die Hände, eine Drehscheibe oder vorgefertigte Formen genutzt werden, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen kommt es darauf an, was aus dem Rohmaterial entstehen soll. Sollen beispielsweise Porzellanfiguren gefertigt werden, empfiehlt sich die Verarbeitung von Hand. Für komplexere Geschirrartikel wie Kannen oder Tassen, an denen ein Henkel angebracht werden muss, eignen sich Gussformen, Vasen werden auf einer Drehscheibe hochgezogen. Außerdem ist die Art der Verarbeitung auch vom jeweiligen Unternehmen abhängig, kleine Traditionsfirmen werden eher von Hand arbeiten, große Fabriken greifen auf Formen und Maschinen sowie riesige Brennöfen zurück.

Verarbeitung

Während die Rohmasse in China auch heute nur einfach gebrannt wird, erfolgen bei der Verarbeitung des europäischen Porzellans bis zu drei Brennvorgänge. Der erste Brand bei ca. 900° Celsius sorgt dabei dafür, dass dem Porzellan Flüssigkeit entzogen – und es so gehärtet wird. Vor dem zweiten Brand ist der Gegenstand jedoch noch porös. So wird er in eine Glasurmasse getaucht, die in ihrer Zusammensetzung der Porzellanrohmasse gleicht. Nach dem zweiten Brand bei ca. 1400° Celsius ist das Porzellan fertig, hat seine typische reine, weiße Farbe und ist sehr hart geworden und außerdem nahezu unangreifbar für Säuren. Soll der jeweilige Gegenstand dann noch bemalt oder durch Abziehbilder mit einem Dekor versehen werden, wird ein dritter Brand erforderlich. Bei diesem verbindet sich die Farbe mit der Glasur und dem Porzellan, so dass sie auch bei der Reinigung nicht mehr abzulösen ist und der Besitzer sehr lange Freude an dem kostbaren Stück haben wird.

Varianten

Soll ein farbiges Porzellan entstehen, können der Glasur vor dem zweiten Brennschritt farbige Kristalle und Mineralien beigemischt werden, die sich während des Brandes dann mit dem porösen Rohling verbinden. Heute gibt es vor allem für flache Porzellangegenstände wie zum Beispiel Teller oder Platten ein trockenes Pressverfahren. Unter hohem Druck wird die Rohmasse in einer vorgefertigten Form in ihren Endzustand gepresst. Die Verarbeitung von Porzellan ist also ein Prozess, der in mehreren Schritten abläuft, dadurch wird das edle Gut nicht nur gehärtet und erhält seine Farbe und seinen Dekor, diese Schritte machen es auch besonders wertvoll.

Foto: Dan Race – Fotolia

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